Purismus (von lat. purus = rein) bezeichnet eine Geisteshaltung, die nach Reinheit geistiger Schöpfungen strebt und versucht, diese von 'fremden' Zutaten zu befreien.

Eine Flasche Wein ohne fremde Zutaten ist in Zeiten, in denen die Industrie einen Baukasten aus weit über fünfzig legalen Zusatzstoffen und Verfahren anbietet, die selbst aus dem miesesten Traubensaft einen Wein werden lassen, den später kaum jemand sensorisch als halbindustrielles Produkt identifizieren wird, eine echte Seltenheit. Wohlgemerkt, auf dem Flaschenetikett steht nichts von all diesen Verfahren und Zusatzstoffen.

Soll am Abend reiner Wein einschenkt werden, geht es nicht anders: Es müssen Winzer her, die den konsequenten Verzicht auf nachträgliche Veränderungen im Keller zur Betriebsphilosophie erklären.

Mit viel Kompetenz, Fachwissen und großem Arbeitsaufwand praktizieren die hier zusammengestellten Ausnahmewinzer einen quasi vorindustriellen Weinstil grandioser Qualität, der auf Individualität und Herkunftscharakter ausgerichtet ist. Ihr Ansatz ist, viel Arbeit und große Leidenschaft in besondere Weinberge und in die Traubenqualität zu investieren, im Keller jedoch so zurückhaltend wie möglich zu agieren. Es werden grundsätzlich und aus Überzeugung im Keller keine Aditive verwendet, außer Schwefel, und auch davon so wenig wie möglich. Aus perfekt reifen und gesunden Trauben entstehen Moste, die nur wenig Schwefel benötigen, um stabil und entwicklungsfähig zu bleiben.

Viele dieser Winzer vergären spontan, mit natürlichen Umgebungshefen, aber nicht alle. Hans Jörg Rebholz z. B. zeigt eindrucksvoll, dass Herkunftscharakter auch ohne Spontangärung möglich ist.

Im Streben nach Qualität bearbeiten zahlreiche Betriebe ihre Weinberge gemäß biodynamischen Grundsätzen. Sie gehen davon aus, dass Reben, die über Jahrzehnte an der gleichen Stelle gedeihen sollen, dann die wohlschmeckendsten Trauben tragen, wenn sie auf gesunden Böden in Harmonie mit ihrem Weinberg wachsen. Die meisten haben sich 'bio' zertifizieren lassen, manche verzichten auch darauf, weil sie Kosten und Verwaltungsaufwand scheuen oder weil sie mit 'bio' als reine Marke ohne zusätzliche Qualitätsattribute nichts zu tun haben wollen.

Edle, puristische Weine entstehen durch ein komplexes Zusammenspiel von Natur und landwirtschaftlicher Kultur. Sie sind, wie Michael Graf Goëss-Enzenberg vom wunderbaren Weingut Manincor in Südtirol immer betont "deren sinnlichster Ausdruck". Pflegen wir diese Kultur, Jahrtausende alt, und lassen wir sie nicht untergehen, in dem sie umgebenden Ozean industrieller Massenproduktion.

Daniel Aßmuth

Deutschland, Pfalz - bio

Garagenwinzer, der macht was er will: authentische Weine, unverwechselbar!
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Domaine Bernard Baudry

Frankreich, Loire - bio

grandiose Cabernet Franc
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A. Christmann

Deutschland, Pfalz - bio/biodynamisch

Einer von Deutschlands Top-10 Winzern. Kein "Geheimtipp", dafür aber Weltklasse!
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Domaine Michal Clotaire

Frankreich, Burgund

besonderer Beaujolais, ziemlich irre, ziemlich fantastisch
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Heymann-Löwenstein

Deutschland, Mosel

Riesling als flüssiger Schiefer
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Holger Koch

Deutschland, Baden

authentische, eigenständige Burgunder vom Kaiserstuhl
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Domaine de L' Horizon

Frankreich, Languedoc-Roussillon - bio/biodynamisch

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Markus Molitor

Deutschland, Mosel

vinophiler Wahnsinn auf Weltniveau
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Ökonomierat Rebholz

Deutschland, Pfalz - bio/biodynamisch

Einer von Deutschlands Top-10 Winzern. Kein "Geheimtipp", dafür aber Weltklasse!
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Domaine Roc d´Anglade

Frankreich, Languedoc-Roussillon - bio/biodynamisch

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Domaine Rossignol-Fevrier

Frankreich, Burgund - bio/biodynamisch

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Ziereisen

Deutschland, Baden

individuelle Burgunder, einer der besten Syrah Deutschlands und genialer Gutedel
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