Der in 3. Generation von Weinbautechnikerin Eva Seyler und ihrem Mann Matthias bewirtschaftete Familienbetrieb hat es sich zum Ziel gesetzt, genau das zu produzieren: Unverkennbare, schnörkellose Weine jenseits der internationalen Gleichmacherei. Weine, denen man anschmeckt, wo sie herkommen und die die Vielfalt der oft unterschätzten Weinbergslagen Maikammers zum Ausdruck bringen. „So erlaubt uns die Vielfalt der Böden eine Vielseitigkeit des Weines.“ (Matthias Seyler) Ton, Lehm und Kalkgestein im Kapellenberg, tiefgründige warme Lösslehm Böden im Kirchenstück und in der Seylerschen Paradelage, dem Heiligenberg ein buntes Potpourri aus Parabraunerde, Mergel, Kalkstein, Lösslehm und Buntsandstein.
Die meisten der Qualitäts- und Prädikatsweine Weißburgunder, Muskateller und Co. sind klassische „Lagencuvées“, d.h. sie stammen aus verschiedenen Weinbergen. Einzig die Rieslinge unter ihnen wachsen durchweg im Heiligenberg. Der jugendlich frische, spritzige Riesling Kabinett zum Beispiel reift auf dem Plateau desselben auf Parabraunerde und Buntsandsteinverwitterungsboden. Daher erhält er seine, für einen Wein dieser Preisklasse beeindruckende Mineralität und seine ausgeprägte Gelbfruchtigkeit. Je höher wir auf den Stufen der Dengler Seylerschen Qualitätspyramide klettern, desto prägnanter und individueller werden die Weine. Schon „DerDenglerSeyler“ kann, was den Herkunftscharakter angeht, bereits mit einigen hochgelobten Lagenweinen manch renommierten Kollegens mithalten.
Doch die beeindruckende Spitze des Sortiments sind eindeutig die individuellen, „terroirgeprägten“ Lagenweine, die alle aus unterschiedlichen Parzellen des Heiligenbergs stammen. Ob wir von der noch jungen, von carbonhaltigem Kieslehm geprägten, Parzelle Schlangengässel sprechen, oder vom auf Lösslehm über Buntsandstein gewachsenen Heidenstock - übrigens Abkömmling der ältesten Reben des Hauses - die Weine sind herrlich finessenreich, knackig trocken, mineralisch in Geschmack und Textur und durchzogen von einer vibrierenden, Struktur gebenden Säure. Unser persönlicher „Coup de Coeur“ jedoch gehört, so gut wie jedes Jahr, dem nach der übergeordneten Lage benannten Heiligenberg, einer Parzelle, die besonders vor Kaltluftströmen geschützt liegt, was, in Verbindung mit der frühen Erwärmung des Weinbergs am Morgen ein schnelles trocknen der Trauben und damit eine lange Reife am Stock erlaubt. Dies gibt dem Wein seine prägnante Aromenintensität, die von Limetten bis hin zu typischen pfälzer Rieslingaromen, wie Pfirsich und Aprikose reicht. Von Kalkstein- und Mergelschutt erhält er seine einzigartige, fast provencalisch salzig anmutende Mineralität. Mit dieser Trilogie aus dem Heiligenberg tritt das Weingut den Beweis an, das Maikammers Lagen eine Vielfalt bieten können, die wir auf so kleinem Raum sonst nur von der Mosel her kennen. Respekt.