Es ist schon irgendwie bezeichnend, wie sehr sich die Philosophien vieler Winzer in unserem Sortiment ähneln. Doch ist es nun mal unser erklärtes Ziel, Weine zu präsentieren, die neben einem gewissen Maß an Trinkfeude vor allem Charakter, Authentizität und Einmaligkeit vermitteln. Und die weinbaulichen Maßnahmen, die zu einer unverwechselbaren Typizität führen, ähneln sich eben meist: Naturnaher, oft biologischer oder biodynamischer Anbau, kein oder sehr gezielter Einsatz von Reinzuchthefen, fast keine Schwefelung und vor allem Ruhe und Zeit. Alles Elemente, die sich auch in der Philosophie der Domaine Roche Audran wieder finden, unserer Entdeckung von der südlichen Rhône.
Als Vincent Rochette sich 1998 entschied der Winzergenossenschaft den Rücken zu kehren und seine Weine selbst auszubauen, lag eines für ihn auf der Hand: Er wollte eigenständige Weine erzeugen, die das Terroir Visans perfekt zur Geltung bringen. Von Anfang an verzichtete er deshalb auf den Einsatz konventioneller Insektizide und Herbizide, 2006 stellte er dann konsequent komplett auf biodynamischen Weinbau um. Im Keller wird diese Philosophie schlüssig fortgesetzt: Alle Weine werden spontanvergoren und dass auch ansonsten unseren Vorstellungen einer seriösen Weinbereitung entsprochen wird, können Sie bereits im äußerst anmaßenden Côtes du Rhône schmecken. Ein Wein, der in den nördlichen Ausläufern der weltberühmten Lagen „Rasteau“ und „Cairanne“ in 180 bis 250 m ü. NN wächst. Hier einen „einfachen“ Côtes du Rhône zu erzeugen, erachtet manch Weinkenner sicherlich als dekadent, wenn er dann auch noch hört, dass die Reben, die hier wurzeln zwischen 30 und 100 Jahren alt sind, erklärt er Vincent Rocchette für völlig verrückt. Zwar von weniger bekanntem Boden, doch zweifelsohne noch beeindruckender kommt der „Père Mayeux“ daher. Ein „Côtes du Rhône Village“, der das besondere Terroir Visans eindrücklich zum Ausdruck bringt. Die sehr kargen Böden bestehen zu über 60 % aus Kieseln, die in sandigen Kalkmergel gebettet sind. Auf den dunkelroten Böden stehen die 80% Grenache, auf den tiefbraunen die 20% Syrah, die die Cuvée des „Père Mayeux“ bestimmen. Der Boden bringt ihm seine beeidruckende Komplexität und Mineralität, die Assemblage seine Balance und Harmonie. In dieser Mischung aus Charakter und Gefälligkeit sicherlich einer der wertigsten Rhône-Weine dieser Preisklasse. Unbedingt probieren!