Fränkisch trocken – Frankenweine im klassischsten Sinn.
Knochentrocken, erdig-mineralisch und würzig kommen Johann Rucks Weine daher. Fränkische Urgesteine, die zeigen, wo sie wuchsen. „Wir verstehen das gottgegebene Terroir als Privileg das verpflichtet“ (Johann Ruck)
Und so ist es nicht verwunderlich, daß die Ruckschen Weine einen Grad an Charakter und Lagentypizität aufweisen, den man selbst unter renommierten Winzerkollegen lange suchen muß. Z.B. sein Silvaner aus der Iphöfer Kalb (und nein, ich habe mich hier nicht verschrieben, den zu den Zeiten, zu denen die Iphöfer Kalb ihren Namen erhielt, wurden besonders herausragende Lagen in Franken mit dem weiblichen Artikel bedacht), Rucks leichter Lagensilvaner, brilliert mit einer mineralischen Struktur, die, dem in der Kalb vorherrschenden stark verwitterten Gipskeuper geschuldet, die Eigenheiten der Lage mustergültig zum Ausdruck bringt. Oder der Riesling aus dem Julius-Echter-Berg, ein, trotz der ausgeprägten „fränkischen“ Trockenheit, im regionalen Vergleich fast schlanker Riesling, der bereits die Würzigkeit und Mineralität erahnen läßt, die im Großen Gewächs dann ihren Höhepunkt findet. Und auch dieses zeigt, neben beeindruckend steiniger Struktur und Komplexität, eine unerwartete Leichtigkeit. Zweifelsohne zählen sowohl der Riesling als auch das Silvaner Große Gewächs aus dem Iphöfer-Julius-Echter-Berg zu den elegantesten Vertretern ihrer Art. Dies ist dem hohen Sandanteil im Schilfsandstein zu verdanken, der hier den typischen, fränkischen Keuperboden der Trias bedeckt. Eine seltene Konstellation, die Rucks Großen Gewächsen die Unverwechselbarkeit verleiht, die wir von Weinen dieser Klasse erwarten.
Im Einstiegssegment unterbaut das Weingut seine Lagenweine mit herrlich frischen und knackigen, rebsortentypischen Gutsweinen, die aus jüngeren Anlagen des zum Schwanberg (in dem übrigens auch der Julius-Echter-Berg liegt) gezählten Iphöfer Kronsberg, aber auch aus dem Julius-Echter-Berg und der Kalb stammen. Klar merkt man bei diesen den Jahrgangsunterschied: Während die 2009er Ruck typisch knackig-mineralisch daherkommen, fallen die 2010er deutlich fruchtiger aus.
Welche man lieber mag, muß man schon selbst probieren.