Aus dem Dornröschenschlaf erwacht! Dieser Betrieb gehört zu den markantesten Aufsteigern der deutschen Weinszene der letzten 10 Jahre. Noch 1996 wurde hier ausschließlich für den Bedarf der familieneigenen Gutschänke Neuhof in Dreieich produziert und heute findet man sich in den Top Ten der deutschen Spätburgunder des renommierten Weinführers „Gault Millau“ wieder. Doch wirklich verwunderlich ist dies nicht: Viel zu lange hat man die Weine des Rebholz-Schülers Michael Acker dem freien Weinmarkt vorenthalten. Diese herrlich üppigen und doch auch eleganten, wohlstrukturierten Spätburgunder, die, wie bei Ackers Lehrherren, in der Tradition des „Nicht-Eingreifens“ erzeugt werden. Wenig Anreicherung, keine Schönung und, selbst in Jahren wie 2010, keine Entsäuerung. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Bereits die Einstiegslinie, der Spätburgunder „Pinot Noir“ glänzt mit strukturgebender Säure und Gerbstoffen und zeigt klar seine Qualitäten als Essensbegleiter, als der er auch gedacht ist. Ein nicht ganz reifer Langres oder – ein bisschen gewagter – Boudin Noir, oder, mit seiner, zwar nicht ganz typischen, aber dennoch nordpfälzer Art.: Ein schönes Kalbsfilet. Alles Kombinationen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Zum Kalbsfilet allerdings könnte man sich, je nach Intensität der Jus und der Beilagen, auch bereits den großen Bruder, den Spätburgunder „Garten“ vorstellen. Ein Wein, bei dem die frankophilen Anmutungen bereits am Stock beginnen, denn die Reben werden, ganz im Stil eines klassischen burgundischen „Clos“, von einer fast 6 Meter hohen Mauer umgeben, was, neben dem Schutz vor Kaltlufteinflüssen, auch wärmespeichernde Wirkung hat. Der Boden ist typisch und prädestiniert für Pinot: Muschelkalk mit einer dünnen, sandigen Lehmauflage. Die Vorraussetzungen sind also gut und, da hier jemand sein Handwerk versteht, das Ergebnis auch: Ein kompakter Pinot - vor allem in der Frucht - , mit feinkörnigem Tannin und ebenfalls strukturgebender Säure, der sich an einem eleganten, mineralischen roten Faden entlanghangelt. Wohl einer der schönsten Weine aus einer der schönsten Parzellen nicht nur des „Herxheimer Himmelreichs“, der „Clos de Garten“.