Die fast abgedroschene Weisheit „Charakterweine werden meist von Charakterköpfen gemacht“ findet im Weingut Seeger erneut Bestätigung. Denn Charakter hat Thomas Seeger eindeutig bewiesen; gegen allerlei Hürden und Vorurteile hatte das Weingut anzukämpfen, vor allem wegen seiner Lage an der badischen Bergstraße, einer Region, die nicht unbedingt für ausdrucksstarke Hochgewächse steht. Doch die Seegers setzten sich durch. Durch peinlich genaue Weinbergsarbeit – z.B. werden hier bereits seit 25 Jahren keinerlei Insektizide oder Herbizide mehr eingesetzt -, ein sensibles Händchen im Keller und vor allem ein kompromissloses Qualitätsstreben hat es das Weingut in die absolute Deutschlandspitze geschafft. „Qualität entsteht nicht aus Experimenten, sondern aus der Konzentration auf das Wesentliche!“ (Thomas Seeger)
Vor allem Seegers dichte, langlebige Spätburgunder können sich mit fast allem messen, was namhafte Kollegen in renommierteren Regionen erzeugen. Sie wachsen allesamt in Seegers Hauslage, dem „Heidelberger Herrenberg“, einer monumentalen Muschelkalkformation, die sich zwischen Leimen und Rohrbach erstreckt. Aus diesem reinen Westhang stammt auch der exklusiv für uns abgefüllte „Blaue Spätburgunder ‚Heidelberger Herrenberg’“, der unseren Einstieg in die Seegersche Pinot-Welt darstellt. Er besticht durch seine Trinkigkeit und seine ausgeprägte Frucht - ein herrlich anmaßender Alltags-Spätburgunder. Die nächste Stufe auf der Seegerschen Qulitätspyramide stellt sein großer Bruder aus dem Barrique dar, der durch den gekonnten Holzeinsatz mehr Struktur und damit Lagerfähigkeit erhält.
Die zweifelsohne beeindruckendsten Tropfen des Hauses sind allerdings Seegers Top-Reserven, der „R“, „RR“ und „RRR“. Bereits vor 20 Jahren pflanzte Thomas Seeger französische Pinot-Clone (allen voran der heute weltberühmte Pinot 777) in den Parzellen Spermen und Oberklamm, den Filetstücken des Herrenbergs. Ihre Güte erkannten bereits die Römer, die hier, wo die Löß/Lehm-Auflage am sandigsten ist, West-Süd-Westlich ausgerichtete Terrassen anlegten (bzw. von ihren gallischen Sklaven anlegen ließen), die bis heute Bestand haben. In diesen Miniparzellen – wir reden hier über 300-1200 qm – reifen Pinots, die nicht nur zum Besten zählen, was man in Deutschland kaufen kann, sondern die auch den internationalen Vergleich nicht scheuen müssen. Dicht, lang, strukturiert, kompakt und, wie bereits erwähnt, äußerst langlebig.