Kompromisslose Charakterweine vom „verrückten“ Markgräfler! Was ein Glücksfall für die deutsche Weinszene, dass Hans-Peter Ziereisen, gelernter Schreiner, seine Liebe zum Weinmachen entdeckte und sich entschied, den Hobel an den Nagel zu hängen um eine zweite Ausbildung zum Winzer zu absolvieren. Er beschert uns Jahr für Jahr mit die eigenständigsten und herkunftsbezogensten Weine Deutschlands. „Die Franzosen schwören auf das Terroir - in dieser Beziehung bin ich absolut Franzose. Nach unserer Philosophie sollen unsere Weine ihre Herkunft möglichst unverfälscht widerspiegeln. Deshalb gehen wir so schonend wie möglich mit unseren Weinen um, verzichten auf chemische Behandlungen, Schönungen und Filtration. Im Weinberg arbeiten wir nach alter Väter Sitte - per Hand.“ (Hans-Peter Ziereisen)
Und das schmeckt man, Ziereisens Weine sind ein Spiegel der Lage und des Jahrgangs. Kein verfälschender Einsatz von Kellertechnik, keine internationale Gleichmacherei; Ziereisen erzeugt Wein „pur“. Bereits seine schmeichelnde Gutsweinlinie – aus der wir den Gutedel „Heugumber“ und den Rosé „Schmätterling führen – besticht durch Ehrlichkeit und Anflüge von Herkunftsbezug; äußerst anmaßende Alltagsweine. Der Gutedel Heugumber – für sage und schreibe 4,90 € - präsentiert schon ein anhaltendes, strukturiertes Frischegefühl, probieren sie ihn mal zu gegrillten Scampi.
Ziereisens Rebsortenlinie zeigt dann schon eine Tiefe, die wir in dieser Preislage oft noch vergeblich suchen müssen. Ob Spät-, Weiß- oder Grauburgunder, alle sind Musterbeispiele ihrer Art. Und obwohl auch die Parzellenweine aus den weißen Burgunderrebsorten mehr als beeindruckend sind – Lügle, Musbrugger und Hard sind mit das spannendste, was man an Barrique-gereiften weißen Burgundern kaufen kann; dem Chardonnay Hard würde ich sogar einen ganz persönlichen „Coup de Coeur“ verleihen, obwohl, oder gerade weil er sich „nur schwer in die gewohnte deutsche Geschmackslandschaft einordnen [lässt]“ (Gault Millau 2009) – gehört Hans-Peter Ziereisens Herz einer anderen Rebsorte: „Im Mittelpunkt unserer Weißweinerzeugung steht der Gutedel. Eine großartige Traube, die nach unserer Meinung absolut unterschätzt wird. Dieser für das Markgräflerland so typischen Rebsorte wollen wir ihr ganzes Potenzial entlocken. Dazu gehen wir für die Gutedel-Bereitung durchaus ungewöhnliche Wege, wie zum Beispiel mit starker Ertragsreduzierung in unseren besten Anlagen, Maischestandzeiten vor der Vergärung, einem langen Hefelager oder dem Ausbau in neuen 600-Liter-Holzfässern.“ (Hans-Peter Ziereisen)
Und wenn Ihnen die Scampi zum Heugumber geschmeckt haben, dann schreit der Steingrüble nach Gambas Carabiniera: Es ist der mit Abstand mineralischste, strukturierteste und komplexeste Gutedel, den ich jemals im Glas hatte. Ein Wein für (fast) jede Gelegenheit: Ob zu Gambas oder nach alter schweizer Sitte als Gaumenerfrischung zwischen zwei Happen Käsefondue; ob auf der heimischen Terrasse oder in Efringen-Kirchen mit Blick auf den Efringer Ölberg, dieser Wein macht immer eine gute Figur.
Und was für die Weißen gilt, gilt ebenso für Ziereisens rote Parzellenweine: Sorgsamer Anbau, puristischer Ausbau, Dichte und Komplexität, prägnante Struktur, kräfitger Körper und eine ausgeprägte Mineralität. Mustergültig.