Winzer ist ein Männerberuf. Denkt man. Und das stimmt auch, denn es gibt weltweit gerade mal ein paar Dutzend berühmte Winzerinnen. Doch die Frauenquote steigt. Dass sich immer mehr Frauen für diesen Beruf interessieren, sieht man in den Klassen der Weinbauschulen. Nicht nur Söhne wollen die Weingüter der Eltern übernehmen. Und das ist gut so. Ein paar ganz besonders mutige Frauen trauten sich im Film weinweiblich sogar auf die Kinoleinwand. Regisseur Christoph Koch begleitete vier deutsche Winzerinnen und den Weinkritiker Stuart Pigott über einen Zeitraum von zwei Jahren. Sein Film erzählt vom Leben im BestellenWeingut, von Inspiration, Kraft und akribischer Arbeit. Er zeigt hautnah und ungeschminkt den Alltag dieser Winzerinnen, ihr tägliches Engagement und ihre Leidenschaft für handwerkliche Weine.

Inspiriert vom Film stellen wir großartige Winzerinnen vor, deren Weine teilweise schon seit vielen Jahrgängen in unseren Regalen stehen. Über ihren Lebensweg und ihren Erfolg gibt es überraschende Geschichten zu erzählen, so wie ihre Weine besondere Weine sind, die es längst nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt.

Sophie Christmann - Pfalz

große Projekte

Ein erstes Praktikum machte Sophie Christmann bei Tim Fröhlich an der Nahe, dann kam das Weinbaustudium in Geisenheim und Bordeaux, in Anschluss weitere Praktika in Pomerol, Australien, bei Julian Huber in Malterdingen und bei Bürklin-Wolf in Wachenheim. Nach der 2015er Weinlese im elterlichen Weingut folgte dann noch der Master of Agriculture Economics in Berlin. Seit 2018 leitet Sophie nun zusammen mit Vater Steffen Christmann das Familienweingut in Gimmeldingen.

Nachdem Steffen Christmann das Weingut seit seiner Übernahme 1996 mit viel Fingerspitzengefühl und mutigen Entscheidungen zurück an die deutsche Spitze führte - also dorthin wo es vor rund 100 Jahren schon einmal war - haben Vater und Tochter nicht nur eine Reorganisation des Rebsorten-Portfolios mit einem Fokus auf Riesling und Spätburgunder gewagt, sondern mit dem Riesling- und Weißburgunder Jahrgang 2021 sowie dem Spätburgunder-Jahrgang 2020 auch gleich noch alle Guts- und Ortsweine abgeschafft. An deren Stelle taten jeweils ein Riesling, Weißburgunder und Spätburgunder „Aus den Lagen“, die ab sofort die Basis der Christmann’schen Produktion ausmachen. Die Trauben für die drei Weine kommen zu 100% aus klassifizierten Weinbergen entlang des Haardtrandes, die entweder den Status einer Ersten Lage oder einer Großen Lage nach den Kriterien des VDP besitzen.

Dass weniger in diesem Fall mehr ist, zeigen die neuen Aus den Lagen Weine, die den puristischen, eleganten, noblen Stil des Weingutes auf beeindruckende Art und Weise ins Szene setzen. Unsere Verkostungsnotizen zum 2021er Riesling und zum 2020er Spätburgunder gibt es auf der jeweiligen Produktseite.

In Kooperation mit Mathieu Kauffmann, dem früheren Kellermeister des berühmten Champagner-Hauses Bollinger, gründeten Sophie und Steffen außerdem schon 2019 das biodynamische Sektgut Christmann & Kauffmann. Ihre Ambition ist dabei so kühn wie verlockend: Sie wollen Winzersekt in der Qualität von Champagner keltern, doch sie wollen ihn nicht kopieren, sondern sich von ihm emanzipieren – womit sie einen etwas anderen Weg beschreiten als der großartige Volker Raumland, der Grandseigneur des deutschen Winzersektes und bekennende Champagner-Fanatiker. Bei Bollinger hatte Mathieu Kauffmann fast drei Millionen Flaschen pro Jahr produziert, jetzt werden es maximal neunzigtausend sein. Endlich kann er Schaumweine ganz nach seinen Vorstellungen ohne die kleinsten Kompromisse und Konzessionen keltern.

Die ersten „größeren“ Chargen der „Basis-Sekte“ von Christmann & Kauffmann werden nach 36 Monaten Hefelager Ende 2023 in den Verkauf kommen. Bei den Spitzenqualitäten aus sieben herausragenden Einzellagen soll das Hefelager mindestens fünf Jahre dauern.

2021

Riesling Aus den Lagen

A. Christmann
bio
20,00 €
zum Produkt
2021
VDP.Erste Lage

Gimmeldinger Kapellenberg Riesling

A. Christmann
bio
33,00 €
zum Produkt
2021
VDP.Große Lage

Ölberg-Haart Riesling GG

A. Christmann
bio
65,00 €
zum Produkt
2021
VDP.Große Lage

Vogelsang Riesling GG

A. Christmann
bio
70,00 €
zum Produkt
2021
VDP.Große Lage

Meerspinne Riesling GG

A. Christmann
bio
65,00 €
zum Produkt
2021
VDP.Große Lage

Idig Riesling GG

A. Christmann
bio
70,00 €
zum Produkt
2020

Spätburgunder Aus den Lagen

A. Christmann
bio
28,00 €
zum Produkt
2020
VDP.Erste Lage

Gimmeldinger Biengarten Spätburgunder

A. Christmann
bio
60,00 €
zum Produkt
2020
VDP.Erste Lage

Gimmeldinger Schlössel Spätburgunder

A. Christmann
bio
42,00 €
zum Produkt
2020
VDP.Große Lage

Idig Spätburgunder GG

A. Christmann
bio
95,00 €
zum Produkt

Chiara Condello - Emila-Romagna

Gibt dem Sangiovese Seele

Chiaras Familie stammt ursprünglich aus Kalabrien. Vater Francesco gründete 2001 in der Emilia-Romagna das Weingut Condé, dessen Weine mittlerweile unter maßgeblicher Mitarbeit seiner Tochter vinifiziert werden. In der Tradition des Vaters zu stehen war Chiara bald zu wenig, sie wollte eigene Wege gehen, einen anderen Weinstil praktizieren. Dafür nutzt Sie ein paar in Konversion zu biologischem Landbau befindliche, höher gelegene Weinberge von Condé, wo die Rebstöcke aufgrund ihres Alters tief verwurzelt sind. Sie macht andere Laubarbeiten, liest früher und setzt im Keller auf feines Handwerk, etwa auf eine alte Korbpresse, andere Maischestandzeiten und Ausbauarten. Immer vor Augen hat sie dabei das französische Burgund und seine Pinots. Deren Feinheit möchte sie ihren Weinen einhauchen. Seit dem ersten Jahrgang 2015 gibt es die beiden Sangiovese di Romagna aus kleiner Produktion im Weinrefugium.

Die Bewertungen der internationalen Fachpresse, ob Decanter, Gambero Rosso oder Antonio Galloni, sind ganz einfach der Hammer! Als hätte die Weinwelt auf diese einerseits kraftvollen, andererseits sehr eleganten, finessenreichen, unverfälschten Sangiovese gewartet.

2020
Rosso Romagna

Chiara Condello Predappio

Chiara Condello
15,95 €
zum Produkt

Elisabetta Foradori - Trentino

Herausragende Verdienste um eine Rebsorte

Die herausragende Arbeit der legendären Elisabetta Foradori war maßgeblich für die Reputation des Teroldego, der autochthonen Rebsorte des Trentin. Vor 35 Jahren, als Elisabetta nach dem Tod des Vaters mit nur 19 Jahren das Weingut übernahm, war die Rebsorte nur eine regionale Größe und präsentierte sich meist blass und charakterlos. In den Trentiner Weinbergen spielten die Global Player Cabernet Sauvignon und Merlot die Hauptrollen. Sofort fing die junge Winzerin an, einiges anders zu machen als ihre Winzerkollegen und wurde dafür mitleidig belächelt. Heute will davon keiner mehr etwas wissen. Elisabetta war eine der ersten, die sich für biodynamischen Anbau entschied, früh erkannte sie das Potenzial des Teroldego in unterschiedlichen Einzellagen, sie ersetzte das regional übliche Pergola-System durch die Guyot-Erziehung und verlängerte den Kontakt mit den Traubenschalen bis ins Frühjahr. Seitdem gab es im Gambero Rosso 30 Mal die höchste Auszeichnung „Tre Bicchieri“ und viele weitere internationale Topbewertungen obendrauf.

Heute treten die Kinder Emilio, Theo und Myrtha in ihre Fußstapfen und führen das Weingut in vierter Generation weiter. Emilio leitet die Weinproduktion, während Theo von Neapel aus die Geschäfte und den Handel des Weinguts beaufsichtigt. Die Gärtnerin Myrtha kümmert sich um den Anbau und die schrittweise Expansion des landwirtschaftlichen Betriebes Foradori.

Agnès Hocquard - Provence

Vor 30 Jahren beschloss sie, den besten Bandol zu machen

Guter Bandol genoss in Frankreich einst legendäres Image. Sein Terroir, die berühmte Terre blanche, lehmige Kalkböden auf ca. 1500 ha zwischen Marseille und Toulon, direkt an der Côte d’Azur, bringt er ungeschminkt auf die Zunge, benötigt aber, um seine ganze Ausstrahlung entfalten zu können, einige Zeit der Flaschenreife.

Die Domaine de la Tour du Bon war lange die Sommerresidenz der Familie Henry aus Paris. Tochter Agnès nutzte das Anwesen viele Jahre als Party- Domizil und hatte mit Weinbau wenig am Hut. In Montpellier studierte sie Mikrobiologie und Ernährungswissenschaften, arbeitete später in der Industrie. Ende der 90er Jahre begann sie sich dann doch auf Wein einzulassen. Nach einigen mehr oder weniger gelungen Jahrgängen packte sie der Ehrgeiz. Mit viel Arbeit, Umstellung auf Bio-Anbau und einem unglaublichen Qualitätsstreben führte Agnès die kleine Domaine (12,5 ha) in die Spitze der Appellation. Sie reduzierte die Erträge, heute liegen sie bei maximal 3000 Liter pro Hektar, im Keller verzichtet sie konsequent auf alle gängigen Hilfsmittel, geschwefelt wird nur, wenn es unbedingt sein muss, und auch dann nur sehr sparsam. Agnès’ Weine sind vollgepackt mit Individualität und Herkunftscharakter, ihr Weingut zählt heute, dank zweier Sterne in der Revue du Vin de France, zu den besten Winzeradressen ganz Frankreichs.

2021
Bandol

Blanc

Domaine Tour du Bon
bio
21,50 €
zum Produkt
Ausverkauft
2021
Bandol

Rosé

Domaine Tour du Bon
bio
18,50 €
zum Produkt
2020
Bandol

Rouge

Domaine Tour du Bon
bio
28,50 €
zum Produkt

Sandra Bravo - Rioja

zählt zu den raren Top-Betrieben der Rioja“ (First Growths), Tim Atkin, britischer Weinjornalist und Master of Wine

Sandra Bravo ist eine junge, visionäre Winzerin, die im baskischen Teil der Rioja (Rioja Alavese) ihr eigenes, kleines Weingut betriebt. In purer Handarbeit vinifiziert sie entlang der Südseite des Toloño-Gebirges auf 500 bis 700 m üNN vorbildlich preiswerte Weine von sagenhafter Klarheit, Frische und Präzision.

Wir verabreden uns mit Sandra in Düsseldorf, um sie und ihre Weine kennenzulernen. Wir sprechen über kleine Parzellen uralter Reben, ihre Liebe zur Garnachatraube, über „the real taste of originary Tempranillo“, und darüber, dass Riojas Weißweine vollkommen unterschätzt werden. Ihr ausgeprägtes Gespür für das rassige, für das pure, für das Terroir im Wein ist offensichtlich.

Die drei Basisweine Sierra de Toloño Blanco, Rosado und Tinto bieten uns schon zu Anfang der Verkostung ein derart sinnliches Weinvergnügen, wie wir es bei Alltagsweinen dieser Preisklasse lange nicht erleben durften, „a delicious glass of wine“, wie auch Master of Wine, Tim Atkin schreibt.

Sandras rare Village- und Lagen-Riojas, ein Blanco und verschiedene Tintos sind dann echte Meisterleistungen, entstanden entlang der topografischen Weinbaugrenze (fast 750m üNN) einer wunderbaren Kulturlandschaft: rassige, energiegeladene Riojas von burgundischer Eleganz und betörender Frische, geschuldet den alten Reben, der Höhenlage der Weinberge und dem kompetenten Handwerk einer Winzerin, die mehr will als das Übliche.

Nach Düsseldorf kam sie aus Paris, zwei Tage später geht es schon weiter in die USA. Und dann endlich zurück zu ihren Weinbergen, die sie am liebsten gar nicht allein lassen würde. Jetzt wissen wir: Sandra und ihre Weine sind Nadeln im Heuhaufen und wir freuen uns aufrichtig, sie im Weinrefugium anbieten zu können. 

2022
Rioja DOCa

Sierra de Toloño Blanco

Sierra de Toloño
12,90 €
zum Produkt
2022
Rioja DOCa

Nahikun Blanco

Sierra de Toloño
bio
27,90 €
zum Produkt
2022
Rioja DOCa

Sierra de Toloño Rosado

Sierra de Toloño
12,90 €
zum Produkt
2021
Rioja DOCa

Sierra de Toloño Tinto

Sierra de Toloño
12,90 €
zum Produkt
2020
Rioja DOCa

Raposo Tinto

Sierra de Toloño
18,90 €
zum Produkt
2021
Rioja DOCa

La Dula Garnachas de Altura Tinto

Sierra de Toloño
19,90 €
zum Produkt
2021
Rioja DOCa

Nahikun Tinto

Sierra de Toloño
bio
39,90 €
zum Produkt
2020
Rioja DOCa

Tereseño Tinto

Sierra de Toloño
39,90 €
zum Produkt

Hélène & Catherine Thibon - Rhône

Bioanbau seit Jahrzehnten

Eine grandiose Familiengeschichte um den Wein, wie sie beeindruckender kaum sein könnte. Die Thibons kauften 1670 das Mas de Libian und arbeiteten dort als Bauern. Dreihundert Jahre später entschieden Gustave und Jacqueline zukünftig nur noch Weinbau betreiben zu wollen. Auch die als Kardiologin sehr erfolgreiche Jacqueline verließ ihr Leben in der Medizin, um sich den Reben zu widmen.

Die isolierte Lage der Weinberge an der Ardèche begünstigte schon in den 1980er Jahren, als das Thema noch kaum jemanden interessierte, die biologische Arbeitsweise. Bereits 2005 wurde das Weingut biodynamisch zertifiziert. Alle drei Töchter von Gustave und Jacqueline widmen sich heute dem Wein. Cécile forscht im Bereich Önologie am Institut für Weinwissenschaft in Bordeaux, Hélène und Cathérine vinifizieren auf Libian die verführerischsten Côtes du Rhône, die wir kennen.

2021
Côtes du Rhône

Khayyâm

Mas de Libian
bio
14,50 €
zum Produkt
2020
Côtes du Rhône

La Calade

Mas de Libian
bio
25,90 €
zum Produkt

Katharina Wechsler - Rheinhessen

Keine Lust auf Konventionen

Katharina studierte Politik- und Sozialwissenschaft und arbeitete anschließend in Berlin bei Sat.1. Zurück zu ihren Wurzeln nach Rheinhessen zu gehen stand nie zur Debatte, geschweige denn Winzerin zu werden. Im heimischen Westhofen rechneten die Eltern längst damit, den Betrieb verkaufen zu müssen.

„Ich dachte immer, dass es mir nichts ausmachen würde, wenn das Weingut irgendwann aufgegeben wird, alles verkauft oder die Weinberge verpachtet würden. Doch dann spürte ich plötzlich, nach 11 Jahren Abwesenheit, eine Verbundenheit zu dem, was da seit Generationen von Eltern an ihre Kinder weitergeben wird und dachte, ich könnte es mir ja mal anschauen.“

So fuhr Katharina für ein paar Tage nach Hause, kam, sah und blieb. Es folgten im Alter von 30 Jahren Winzerpraktikum und Ausbildung zur Betriebsleiterin, unter anderem bei Klaus-Peter Keller in Flörsheim-Dalsheim. Heute bewirtschaftet Katharina 17 Hektar rund um Westhofen, darunter beste Lagen wie Benn, Kirchspiel und Morstein. Ihre Weine stehen auf den Karten der hippen Restaurants, inzwischen ist sie fast zu einer Art Winzerinnen-Star geworden.

Judith Beck - Burgenland

Naturweine im besten Sinne des Wortes

Wo andere Winzer sich oft mit dem Erreichten zufrieden geben, sucht Judith Beck ständig nach neuen Herausforderungen. Im Jahr 2000 übernahm die burgenländische Winzerin das 1976 gegründete Weingut, stellte 2007 auf biodynamische Bewirtschaftung um und ging ein paar Jahre später mit der Einführung ihrer Bambule!-Weine noch einen Schritt weiter: Naturweine im besten Sinne des Wortes, voller Dynamik und innerer Spannung, die mit jedem Schluck neue Geschmacksnuancen offenbaren. Spontangärung und langer Ausbau sind aber auch bei ihren anderen Weinen selbstverständlich – und obwohl Judith Beck eigentlich als Rotweinwinzerin bekannt ist, machte sie die letzten Jahre gerade mit ihrem weißen Pet-Nat und dem gemischten Satz Koreaa mächtig Furore.

2021

Beck Ink

Weingut Judith Beck
bio
9,90 €
zum Produkt
2017

Heideboden

Weingut Judith Beck
bio
15,90 €
zum Produkt
2021

Koreaa

Weingut Judith Beck
bio
15,50 €
zum Produkt
2017

Pannobile

Weingut Judith Beck
bio
25,50 €
zum Produkt
2021

Pet-Nat P Bambule!

Weingut Judith Beck
bio
19,90 €
zum Produkt
2020

Zweigelt

Weingut Judith Beck
bio
11,90 €
zum Produkt