Winzer ist ein Männerberuf. Denkt man. Und das stimmt auch, denn es gibt weltweit gerade mal ein paar Dutzend berühmte Winzerinnen. Doch die Frauenquote steigt. Dass sich immer mehr Frauen für diesen Beruf interessieren, sieht man in den Klassen der Weinbauschulen. Nicht nur Söhne wollen die Weingüter der Eltern übernehmen. Und das ist gut so. Ein paar ganz besonders mutige Frauen trauten sich im Film weinweiblich sogar auf die Kinoleinwand. Regisseur Christoph Koch begleitete vier deutsche Winzerinnen und den Weinkritiker Stuart Pigott über einen Zeitraum von zwei Jahren. Sein Film erzählt vom Leben im BestellenWeingut, von Inspiration, Kraft und akribischer Arbeit. Er zeigt hautnah und ungeschminkt den Alltag dieser Winzerinnen, ihr tägliches Engagement und ihre Leidenschaft für handwerkliche Weine.

Inspiriert vom Film stellen wir sechs großartige Winzerinnen vor, deren Weine teilweise schon seit vielen Jahrgängen in unseren Regalen stehen. Über ihren Lebensweg und ihren Erfolg gibt es überraschende Geschichten zu erzählen, so wie ihre Weine besondere Weine sind, die es längst nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt.

Katharina Wechsler

Keine Lust auf Konventionen

Katharina studierte Politik- und Sozialwissenschaft und arbeitete anschließend in Berlin bei Sat.1. Zurück zu ihren Wurzeln nach Rheinhessen zu gehen stand nie zur Debatte, geschweige denn Winzerin zu werden. Im heimischen Westhofen rechneten die Eltern längst damit, den Betrieb verkaufen zu müssen.

„Ich dachte immer, dass es mir nichts ausmachen würde, wenn das Weingut irgendwann aufgegeben wird, alles verkauft oder die Weinberge verpachtet würden. Doch dann spürte ich plötzlich, nach 11 Jahren Abwesenheit, eine Verbundenheit zu dem, was da seit Generationen von Eltern an ihre Kinder weitergeben wird und dachte, ich könnte es mir ja mal anschauen.“

So fuhr Katharina für ein paar Tage nach Hause, kam, sah und blieb. Es folgten im Alter von 30 Jahren Winzerpraktikum und Ausbildung zur Betriebsleiterin, unter anderem bei Klaus-Peter Keller in Flörsheim-Dalsheim. Heute bewirtschaftet Katharina 17 Hektar rund um Westhofen, darunter beste Lagen wie Benn, Kirchspiel und Morstein. Ihre Weine stehen auf den Karten der hippen Restaurants, inzwischen ist sie fast zu einer Art Winzerinnen-Star geworden.

2016

Benn Riesling

Katharina Wechsler
21,00 €
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2017

Kirchspiel Riesling

Katharina Wechsler
24,50 €
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2018

Kirchspiel Riesling

Katharina Wechsler
24,50 €
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2017

Morstein Riesling

Katharina Wechsler
28,00 €
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2019

Westhofen Alte Reben

Katharina Wechsler
14,00 €
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2019

Westhofen Riesling

Katharina Wechsler
13,00 €
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Chiara Condello

Gibt dem Sangiovese Seele

Chiaras Familie stammt ursprünglich aus Kalabrien. Vater Francesco gründete 2001 in der Emilia-Romagna das Weingut Condé, dessen Weine mittlerweile unter maßgeblicher Mitarbeit seiner Tochter vinifiziert werden. In der Tradition des Vaters zu stehen war Chiara bald zu wenig, sie wollte eigene Wege gehen, einen anderen Weinstil praktizieren. Dafür nutzt Sie ein paar in Konversion zu biologischem Landbau befindliche, höher gelegene Weinberge von Condé, wo die Rebstöcke aufgrund ihres Alters tief verwurzelt sind. Sie macht andere Laubarbeiten, liest früher und setzt im Keller auf feines Handwerk, etwa auf eine alte Korbpresse, andere Maischestandzeiten und Ausbauarten. Immer vor Augen hat sie dabei das französische Burgund und seine Pinots. Deren Feinheit möchte sie ihren Weinen einhauchen. Seit dem ersten Jahrgang 2015 gibt es die beiden Sangiovese di Romagna aus kleiner Produktion im Weinrefugium.

Die Bewertungen der internationalen Fachpresse, ob Decanter, Gambero Rosso oder Antonio Galloni, sind ganz einfach der Hammer! Als hätte die Weinwelt auf diese einerseits kraftvollen, andererseits sehr eleganten, finessenreichen, unverfälschten Sangiovese gewartet.

2018
Rosso Romagna

Chiara Condello Predappio

Chiara Condello
14,95 €
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2017
Rosso Romagna

Le Lucciole

Chiara Condello
42,90 €
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Elisabetta Foradori

Herausragende Verdienste um eine Rebsorte

Die herausragende Arbeit der legendären Elisabetta Foradori war maßgeblich für die Reputation des Teroldego, der autochthonen Rebsorte des Trentin. Vor 35 Jahren, als Elisabetta nach dem Tod des Vaters mit nur 19 Jahren das Weingut übernahm, war die Rebsorte nur eine regionale Größe und präsentierte sich meist blass und charakterlos. In den Trentiner Weinbergen spielten die Global Player Cabernet Sauvignon und Merlot die Hauptrollen. Sofort fing die junge Winzerin an, einiges anders zu machen als ihre Winzerkollegen und wurde dafür mitleidig belächelt. Heute will davon keiner mehr etwas wissen. Elisabetta war eine der ersten, die sich für biodynamischen Anbau entschied, früh erkannte sie das Potenzial des Teroldego in unterschiedlichen Einzellagen, sie ersetzte das regional übliche Pergola-System durch die Guyot-Erziehung und verlängerte den Kontakt mit den Traubenschalen bis ins Frühjahr. Seitdem gab es im Gambero Rosso 30 Mal die höchste Auszeichnung „Tre Bicchieri“ und viele weitere internationale Topbewertungen obendrauf.

Heute treten die Kinder Emilio, Theo und Myrtha in ihre Fußstapfen und führen das Weingut in vierter Generation weiter. Emilio leitet die Weinproduktion, während Theo von Neapel aus die Geschäfte und den Handel des Weinguts beaufsichtigt. Die Gärtnerin Myrtha kümmert sich um den Anbau und die schrittweise Expansion des landwirtschaftlichen Betriebes Foradori.

2019

Teroldego

Elisabetta Foradori
19,90 €
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Cathérine Papon-Nouvel

Bio-Pionierin ihrer Region

Als Cathérine Papon-Nouvel mit gerade einmal 24 Jahren ihr Önologiestudium mit Diplom abschloss, hatte sie mit dem alteingesessenen Prestigeweingut ihres Vaters in Saint-Émilion nichts am Hut. So schnell wie möglich wollte sie eigene Weine machen. Im benachbarten Côtes de Castillon erwarb sie 1989 das Château Peyrou. Ihre Weine schlugen schon bald hohe Wellen in der bordelaiser Szene, schnell wurden sie dank hoher Bewertungen auch international bekannt. Als sich der Vater zehn Jahre später ganz zurückzog, konnte er Cathérine nur mit Mühe davon überzeugen, auch noch den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Auch in Saint-Émilion setzte sie sofort auf reine Handarbeit und stellte die Weinberge über Jahre, Schritt für Schritt, auf biologische Bewirtschaftung um, eine rare Seltenheit im konservativen Bordeaux. Cathérine vergärt alle Weine spontan und entwickelt ihren samtigen Weinstil stetig weiter. Immer größer wird dabei ihre Nähe zur Biodynamie, immer besser ihre Böden, immer präziser der Ausdruck ihrer Weine.

Bezahlbarer, handwerklicher Saint-Émilion Grand Cru aus gesunden Weinbergen. Cathérine ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine Ausnahme in Bordeaux.

2015
Saint-Émilion

Château Gaillard Grand Cru

Gaillard
bio
12,90 €
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2016
Saint-Émilion

Château Gaillard Grand Cru

Gaillard
neu!
bio
23,90 €
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2018
Saint-Émilion

Château Gaillard Grand Cru

Gaillard
bio
24,50 €
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2016
Saint-Émilion

Château Gaillard Grand Cru

Gaillard
bio
12,90 €
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2018
Saint-Émilion

Château Gaillard Grand Cru

Gaillard
bio
52,90 €
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Agnès Hocquard

Vor 30 Jahren beschloss sie, den besten Bandol zu machen

Guter Bandol genoss in Frankreich einst legendäres Image. Sein Terroir, die berühmte Terre blanche, lehmige Kalkböden auf ca. 1500 ha zwischen Marseille und Toulon, direkt an der Côte d’Azur, bringt er ungeschminkt auf die Zunge, benötigt aber, um seine ganze Ausstrahlung entfalten zu können, einige Zeit der Flaschenreife.

Die Domaine de la Tour du Bon war lange die Sommerresidenz der Familie Henry aus Paris. Tochter Agnès nutzte das Anwesen viele Jahre als Party- Domizil und hatte mit Weinbau wenig am Hut. In Montpellier studierte sie Mikrobiologie und Ernährungswissenschaften, arbeitete später in der Industrie. Ende der 90er Jahre begann sie sich dann doch auf Wein einzulassen. Nach einigen mehr oder weniger gelungen Jahrgängen packte sie der Ehrgeiz. Mit viel Arbeit, Umstellung auf Bio-Anbau und einem unglaublichen Qualitätsstreben führte Agnès die kleine Domaine (12,5 ha) in die Spitze der Appellation. Sie reduzierte die Erträge, heute liegen sie bei maximal 3000 Liter pro Hektar, im Keller verzichtet sie konsequent auf alle gängigen Hilfsmittel, geschwefelt wird nur, wenn es unbedingt sein muss, und auch dann nur sehr sparsam. Agnès’ Weine sind vollgepackt mit Individualität und Herkunftscharakter, ihr Weingut zählt heute, dank zweier Sterne in der Revue du Vin de France, zu den besten Winzeradressen ganz Frankreichs.

2020
Bandol

Blanc

Domaine Tour du Bon
bio
19,90 €
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2018
Bandol

Rêvolution Rouge

Domaine Tour du Bon
bio
18,90 €
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2020
Bandol

Rosé

Domaine Tour du Bon
neu!
bio
17,90 €
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2017
Bandol

Rouge

Domaine Tour du Bon
bio
21,90 €
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2018
Bandol

Rouge

Domaine Tour du Bon
bio
23,90 €
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Hélène & Catherine Thibon

Bioanbau seit Jahrzehnten

Eine grandiose Familiengeschichte um den Wein, wie sie beeindruckender kaum sein könnte. Die Thibons kauften 1670 das Mas de Libian und arbeiteten dort als Bauern. Dreihundert Jahre später entschieden Gustave und Jacqueline zukünftig nur noch Weinbau betreiben zu wollen. Auch die als Kardiologin sehr erfolgreiche Jacqueline verließ ihr Leben in der Medizin, um sich den Reben zu widmen.

Die isolierte Lage der Weinberge an der Ardèche begünstigte schon in den 1980er Jahren, als das Thema noch kaum jemanden interessierte, die biologische Arbeitsweise. Bereits 2005 wurde das Weingut biodynamisch zertifiziert. Alle drei Töchter von Gustave und Jacqueline widmen sich heute dem Wein. Cécile forscht im Bereich Önologie am Institut für Weinwissenschaft in Bordeaux, Hélène und Cathérine vinifizieren auf Libian die verführerischsten Côtes du Rhône, die wir kennen.

2020
Côtes du Rhône

Bout d'Zan

Mas de Libian
bio
9,90 €
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2019
Côtes du Rhône

Khayyâm

Mas de Libian
bio
13,50 €
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2020
Côtes du Rhône

Khayyâm

Mas de Libian
bio
13,50 €
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2018
Côtes du Rhône

La Calade

Mas de Libian
bio
24,50 €
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2019
Côtes du Rhône

La Calade

Mas de Libian
bio
24,50 €
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2020
Côtes du Rhône

La Calade

Mas de Libian
bio
24,50 €
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